Gesellschaft

Gesellschaft © Adobe Stock

Ländliche Regionen sind stark gefordert, Lösungen zu entwickeln um gesellschaftlichen Herausforderungen wie der jeweils aktuellen demografischen Situation, dem Zusammenhalt der Menschen, Fragen zu Werten und der Identität gut begegnen zu können und den Rahmen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen.

Drängende gesellschaftliche Fragen in unserer ländlichen Region

Nicht nur aufgrund seiner Größe untergliedert sich die Region Liezen in mehrere Teilregionen, auch die starken Identitäten der Bevölkerung spiegeln diese Wahrnehmung wider. Die drängendsten gesellschaftlichen Fragen bleiben dennoch in der gesamten Region die gleichen:

  • Was bedeutet es, wenn die Jungen abwandern?
  • Was passiert, wenn wir keine dringend benötigten Fachkräfte gewinnen können?
  • Was heißt es für die Region, wenn wir immer älter werden?

Eine Negativspirale, die durch Abwanderung in Gang gesetzt wird, kann eine Region nachhaltig verändern. Auch für die Region Liezen wird ein Rückgang von 14,3% der Bevölkerung in den kommenden 30 Jahren prognostiziert. Schlagworte wie Leerstand, Verlust von Infrastruktur, sinkende Standortqualität oder sterbendes Gemeinschaftsleben können langfriste Folgen sein, denen wir uns stellen müssen.

Mit einem starken Fachkräftemangel haben wir jetzt schon zu kämpfen, der natürlich auch mit der Bevölkerungsentwicklung zusammenhängt. Attraktiv ist eine Region nur dann – besonders für Unternehmen, die über ihre Standorte nachdenken – wenn sie gut ausgebildete Leute vorfinden. Um diese Herausforderungen zu meistern, muss eine gemeinsame Regionalentwicklung über der Parteipolitik stehen, wie es in der Region Liezen bereits seit Jahren gelebt wird.

Wie hat sich die Bevölkerung in Liezen in den letzten Jahren entwickelt?

In Österreich gab es zwischen 2011 und 2016 einen durchschnittlichen Bevölkerungszuwachs von 3,9%; im Bezirk Liezen im gleichen Zeitraum ein durchschnittliches Minus von 0,7%. Tatsächlich hatte der Bezirk Liezen ein starkes West-Ost-Gefälle zu verzeichen: im Westen rund um Schladming bis nach Liezen stagnierten die Bevölkerungszahlen oder nahmen leicht zu, im Gegensatz dazu gingen sie im Osten zurück. (Landl minus 7,8% und Wildalpen minus 10,8%)

Die Gründe für diesen Rückgang der Bevölkerungszahlen auf dem Land liegen laut der Österreichischen Raumordnungskonferenz darin, dass zum Einen in den ländlichen Räumen mehr Menschen sterben, als geboren werden, diese also eine negative Geburtenbilanz aufweisen, und zum Anderen viele Menschen vom Land in die Stadt ziehen - vor allem junge Menschen und unter ihnen besonders junge Frauen.

Dennoch gibt es im Bezirk Liezen im Vergleich zu anderen ländlichen Regionen eine überdurchschnittliche Anzahl an jungen RückkehrerInnen, wie eine Auswertung der Plattform Addendum zeigt. Zwischen 2003 und 2018 lag der österreichische Durchschnitt bei 25,5% - einige Gemeinden des Bezirks wie Altaussee, Grundlsee, Lassing und Trieben liegen mit über 32% deutlich darüber. Spitzenreiter ist Ardning mit 39,7%.

Die Prognosen für den Bezirk Liezen

Bis 2040 erwartet die Österreichische Raumordnungskonferenz für den Bezirk Liezen ein Bevölkerungsminus von 8%. Damit gehören wir österreichweit zu den Regionen, die am meisten Erwerbstätige verlieren werden (für Graz wird ein Plus von 20% erwartet, für die obersteirischen Bezirke Murau und Leoben ein Minus von 9,2%).

Gesellschaft

  • Rahmenbedingungen schaffen, die ein lebenswertes und attraktives Zuhause bieten
  • Regionalentwicklungsprojekte unterstützen eine positive Entwicklung (Zuzugsmanagement, Schaffung von attraktivem Wohnraum, Fachkräftesicherung, Mobilitätsmanagement etc.)
  • vorhandenes Kapital der Region stärken und kommunizieren – regionale Identität stärken
  • Steiermärkisches Landes- und Regionsentwicklungsgesetz schafft dafür einen fruchtbaren Rahmen
  • Bezirk Liezen kann in den letzten Jahren einen überdurchschnittlich hohen Anteil an jungen RückkehrerInnen verzeichnen

Videoclip


Verleihung der Urkunden für die Aufnahme von 16 Traditionen in das UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes am 12. Dezember 2018 in Schladming, darunter die Bräuche der Berg- und Hüttenleute an der Steirischen Eisenstraße

 

Links

Mag.a (FH) Christiane Schaunitzer
Mag.a (FH) Christiane Schaunitzer Stv. GF, Projektmanagement
In der täglichen Arbeit als RegionalentwicklerInnen sind wir also gefordert, Daten, Fakten und Trends unserer Region im Auge zu haben, um Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, die ein lebenswertes und attraktives Umfeld zum Leben und Arbeiten ermöglichen. Alle laufenden Projekte der Region haben zum Ziel, Rahmenbedingungen zu schaffen, die dies ermöglichen.

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